Gerade für Umsteiger aus der Windows-Welt sind zwei Begriff neu: die Pakete und das Software-Repository. Dabei ist das für Linux im allgemeinen und openSUSE im speziellen ein ganz zentraler Begriff.

Was ist ein Paket?

Unter Windows kommen Programme meist als Installer: eine .msi-Datei beinhaltet alle notwendigen Teile, eine setup.exe kopiert die Dateien ins Programmverzeichnis. Linux ist da ganz anders und sehr viel modularer aufgebaut: Das gesamte System vom Kernel bis zu den Anwendungen besteht aus mehreren tausend Paketen. Schon eine typische Installation bringt ca 2000 Pakete auf deinen Rechner, und es können leicht noch mehr werden. Jedes Paket bringt einen Teil des Gesamtsystems mit.

Zwischen den Paketen besteht eine Vielzahl von Abhängigkeiten: eine Applikation braucht bestimme Bibliotheken, ein Python-Skript einen Python-Interpreter usw. Alle diese Abhängigkeiten sind in den Paketen explizit aufgeführt. Die Linux-Paketverwaltung kümmert sich darum, dass immer alle notwendigen Teile in der passenden Version zur Verfügung stehen.

Pakete installiert und deinstallierst du typischerweise über die YaST Softwareverwaltung. Meistens wirst du hier mit Paketen arbeiten, die einer Applikation entsprechen, die du installieren möchtest. Oft werden dann aber gleich weitere Pakete mitinstalliert, die für die Ausführung der Anwendung erforderlich sind.

Was ist ein Repository?

Kurz gesagt ist ein Repository eine Quelle für Pakete. Die kann an ganz unterschiedlichen Quellen liegen:

  • auf der DVD oder dem USB-Stick, von dem du openSUSE installiert hast,
  • im Internet,
  • in einem lokalen Verzeichnis auf deinem Rechner,
  • und es gibt noch weitere Möglichkeiten.

Die Repositorys, die dein System kennt, kannst du über die Repository-Verwaltung in YaST anzeigen und ändern. Schon nach einer normalen Installation umfasst die Liste etwa 10 Einträge.

Es lohnt sich, die Liste mal näher anzuschauen. Wir finden da:

  • ein Main Repository und ein Main Update Repository. In ersterem stehen alle Open Source Pakete in der Version, die bei der Freigabe der Distribution aktuell war. Der Inhalt dieses Repositorys wird typischerweise nie geändert. Deshalb gibt es da noch das zweite, das Main Update Repository. Wenn immer im Verlauf der Lebensdauer einer Distribution ein Paket auf einen neuen Stand gebracht wird, kommt es in das Update Repository.
  • ein Non-OSS Repository und ein Update Repository (Non-OSS). Die beiden bilden wieder so ein Paar, aber diesmal für all die Software, die zwar in openSUSE enthalten ist, aber nicht Open Source sind. openSUSE trennt diese beiden Kategorien streng. Will man sicher gehen, dass ausschließlich Open Source Software auf dem Rechner ist, dann kann man diese Repositorys auch deaktivieren.
  • Jeweils ein Source, Debug und Debug Update Repository für Open Source und Non-OSS Pakete. Über diese können Entwickler die Quelltexte und Debug-Informationen für alle Pakete herunterladen.
  • Eine Zeile für die Installations-DVD als ursprüngliche Paketquelle.

Nur die Repositorys, bei denen "Aktiviert" angehakt ist, spielen wirklich eine Rolle für das Software Update. Ein Haken bei "Automatisch aktualisieren" bedeutet, dass die Repositorys regelmäßig auf neue Inhalte überprüft werden.

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